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Neue Leseerfahrungen Weihnachtsferien 2011

In den Weihnachtsferien und drum herum habe ich gleich mehrere (kürzere) Bücher gelesen, die es wert waren. Da die Bücher teilweise verschiedenen Kategorien angehören, kommt man zu meinen Kommentaren darüber am besten über Was ist neu?

Ungarische Demokratur - die Nächste

Die Regierung Orbán hat nach Angaben des Blogs Stargarten.org wieder einmal zugeschlagen - und anscheinend mit einem besonderen Helfer:

“Mit einer Programmplatzänderung hat die zur Deutschen Telekom gehörende ungarische T-Home den einzigen regierungskritischen TV-Sender Ungarns auf einen hinteren Platz in ihrem Kabelangebot verbannt. Den so freigewordenen vorderen Platz belegt ein neuer Kanal, der Reden von Ministerpräsident Viktor Orbán ausstrahlen wird.”

Mehr darüber erfahren Sie unter Telekom ächtet kritischen TV-Sender.
Der Blog bietet auch viele weitere Informationen zu den undemokratischen Entwicklungen in Ungarn auf dem Sektor Presse, Radio und Fernsehen.

Viagra, Silikon und Alzheimer

Was haben diese drei Dinge miteinander zu tun? Ein Nobelpreisträger spricht (endlich mal) Klartext. Näheres dazu bringt unsere Zitatensammlung.

Russische Kosenamen

Russen lieben es, in Verkleinerungsformen zu sprechen und zu schreiben. Das gilt für Personen und Dinge und drückt weniger die Kleinheit als die enge persönliche Beziehung aus. Zum Nachschlagen kann ich zwei Seiten empfehlen:

- Russische Kosenamen von Hans Hower (nur lateinische Schrift, aber deutsch und französisch)

- Kosenamen im Russischen von Polina Sorel (lateinische und kyrillische Schrift)

Diese Seiten haben jeweils einen eigenen Ansatz und überschneiden sich nur teilweise inhaltlich.

Sprachinseln

Zum Problem der sterbenden Sprachinseln in Europa habe ich in den Weihnachtsferien ein spannendes Buch gelesen und auf Verbalissimo vorgestellt. Näheres siehe unter Karl-Markus Gauß, Die sterbenden Europäer.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch einmal an die Verbalissimo-Seite Sprachentod erinnern.

Didier van Cauwelaert

In den Weihnachtsferien habe ich zwei Bücher von Didier van Cauwelaert gelesen, die mir sehr gefallen haben. Näheres bei den Buchbesprechungen unter Didier van Cauwelaert, Unknown identity und Didier van Cauwelaert, Das Findelkind.

Internationalisierung der amazon-Links

Viele Bücher erscheinen in mehr als einer Sprache, und ein Verbalissimo-Leser, der eine bestimmte sprachliche Benutzeroberfläche benutzt, kann durchaus Literatur in einer anderen Sprache suchen. Auch kann sie oder er ständig oder vorübergehend im anderssprachigen Ausland wohnen, aber Literatur in ihrer bzw. seiner Muttersprache suchen. Bei unseren Literaturhinweisen waren wir bisher aber durch die starke nationale Parzellierung von amazon eingeschränkt. Zum Glück hat sich die Lage nun stark gebessert, denn die einzelnen amazon-Portale bieten immer mehr fremdsprachige Literatur an und auch Zustellungen über Landesgrenzen hinweg sind nicht mehr ein absolutes Hindernis.

Daher läuft bei Verbalissimo.com derzeit eine große Umstellungsaktion mit dem Ziel, die Angebote der verschiedenen amazon-Portale für jedes Buch in einer Tabelle zu bündeln. So können Sie selbst entscheiden, bei welchem Portal Sie was anschauen und vielleicht auch bestellen. Beachten Sie aber die Preise und Lieferbedingungen der verschiedenen Portale, vor allem bei grenzüberschreitenden Lieferungen.

Da diese Aktion mit viel Arbeit verbunden ist, kann sie nicht auf einen Schlag erfolgen. Sobald eine Seite umgestellt ist, wird sie ins Netz gestellt. Für viele Seiten ist dies bereits der Fall. Achten Sie bitte auf die internationalen Angebote, damit ich nicht umsonst gearbeitet habe. (Der gute Mann denkt an sich, selbst zuletzt.)

Viel Vergnügen und vor allem Erfolg beim Schmökern!

Hans Hower

PS: Falls Sie Lücken ntdecken, kann das am Fehlen eines entsprechenden Angebots bei amazon - oder an einem Fehler bei der Datenerfassung liegen. Leider sind die Daten der Bücher beim Buchhändler nicht immer vollständig und nicht immer widerspruchsfrei. Bis jetzt wurden aber alle meine Verbesserungsvorschläge abgelehnt…

Stieg Larsson, Millennium-Trilogie

Endlich bin ich dazu gekommen, diese umfangreich Trilogie zu Ende zu lesen. Es war eine Art Hürdenlauf: Erst schenkte mir ein französischer Verwandter den ersten Band auf Französisch. Nach dieser Lektüre wartete ich auf die nächste Gelegenheit, mir den zweiten Band auf Französisch zu besorgen, aber da schenkte mir ein anderes Familienmitglied diesen Band auf Deutsch. Der war zwar schnell gelesen, aber dann kam alles Mögliche dazwischen, so dass ich mich nicht um den dritten Band kümmern konnte. Doch meine Frau hatte aufgepasst, und prompt bekam ich den Band zu meinem diesjährigen Geburtstag geschenkt. Und jetzt sind auch diese 800 Seiten gelesen. Hurra!

Ich fand diese Lektüre unheimlich spannend und noch dazu aufschlussreich zum Verständnis schwedischer Denk- und Lebenswelten. Bei einem so dicken Werk findet man natürlich immer etwas, was man bemängeln kann, aber Spannung und Faszination überwiegen bei Weitem. Das ist mehr als ein Krimi! Auch wenn ein Roman nie ein genaues Ebenbild abgibt, entsteht hier ein eindrückliches Bild von realen Schwierigkeiten und Bedrohungen (= Möglichkeiten) der schwedischen (und auch unserer eigenen) Gesellschaft.

Mehr dazu siehe bei Verbalissimo.com unter Schwedische Literatur.

Jonathan Kellerman, Gnadentod (Dr. Death)

Habe das Buch gerade gelesen und war von seiner psychologischen Dichte und seinen tollen Dialogen begeistert. Ein Krimi, den ich allen Nicht-nur-Action-Freaks empfehlen kann.

Mehr dazu auf Verbalissimo.com unter Angelsächsische Literatur.

Hans

Französische Vergleiche

Ein Verbalissimo-Leser hat mir folgende Redensart als einen in unsere bestehende Liste aufzunehmenden Vergleich zugesandt:
“Les chiens ne font pas des chats.” (Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.)
Meine Antwort darauf war:
“Leider kann ich sie nicht in die bisherige Liste der Vergleiche aufnehmen, denn sie enthält, formal gesehen, keinen Vergleich. Unter einem Vergleich versteht man im Allgemeinen einen Satz(teil), der (mindestens) zwei Dinge nennt, die durch einen vergleichenden Ausdruck (z.B. “wie”, “genauso wie”, “größer als”) zueinander in Beziehung gesetzt werden. Im Deutschen ist außerdem oft (also nicht immer) ein (Hilfs-)Zeitwort notwendig, um den Vergleich in den Satz einzubauen, z.B. “Er ist schneller als der Wind.” oder “Er rennt schneller als der Wind.”
Aber inhaltlich bringt Ihre Redensart halt doch so etwas wie einen Vergleich. Ich bin am Überlegen, wie man das fassen und vielleicht mit ähnlichen Wendungen zu einer besonderen Kategorie von Vergleichen zusammenfassen kann. Daher werde ich zunächst im Verbalissimo-Blog unter Französische Sprache sozusagen laut nachdenken und zum Mitdenken aufrufen. Vielleicht kommen wir so am schnellsten zu einer Lösung.”
Was hiermit geschehen ist. Was haltet Ihr davon?

Hans